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Eingebettet, wie die Perle einer Muschel, liegt der
Ort Ürzig. Umrahmt von mächtigen Schieferfelsen, an deren Hängen die goldenen Trauben reifen. Ürziger Würzgarten, ein Name von Weltruf, der das Herz eines jeden Weinkenners höher schlagen lässt. Sehr alt die Siedlung, die auf der Spitze des wuchtigen Urlayfelsens, dem Burgbergkopf, unter Bäumen dahindämmert. Ein keltisches Wehrdorf, das aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert stammt, und immerhin eine Fläche von etwa zwei Hektar umfasste. |
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Mit dem Sieg Cäsars im Jahre 52 v. Chr. wurden
die keltisch-gallischen Stämme endgültig niedergeworfen und Gallien,
eines der reichsten Gebiete im Westen Europas, dem römischen Reich
einverleibt. |
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Um 450 nach Chr. wurden die Römer von den Franken abgelöst, die als "Moselfranken" bezeichnet wurden. Unsere Heimatsprache ist auch heute noch "moselfränkisch". Mit der Frankenzeit bekommt Ürzig die erste
urkundliche Erwähnung. Im April 732 schenkte Adela, Abtissin des
Klosters Pfalzel bei Trier, ihren gesamten Besitz zu Ursicum ihrem
Kloster. Einige Historiker zählen Ürzig zu dem fränkischen Königsgut,
dem so genannten "Kröver Reich". Immerhin zeigt das alte Ürziger Wappen
den doppelköpfigen Reichsadler zu Füßen des hl. Maternus, des Ortspatron.
Wenn dem so ist, kann man getrost sagen, dass Ürzig sich aber bereits
sehr früh aus diesem Verbund, der mehrere Dörfer umfasste, gelöst hat.
Viele Rechte und Freiheiten aus dieser Zeit haben sich die Ürziger bis
ins18. Jahrhundert bewahrt. So das freie Jagdrecht und die eigene
Gerichtsbarkeit. Daher verwundert es auch nicht, dass der Amtmann des
Trierer Kurfürsten über die Ürziger schrieb: |
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Im 30-jähringen Krieg blieb auch Ürzig nicht verschont und wurde von Kriegshorden geplündert und gebranndschatzt. Des hervorragenden Weines wegen hatten Klöster und Adel hier in Ürzig großen Weinbesitz. Insbesondere die Abteien Himmerod, Springiersbach und St. Maximin in Trier. Sogar Klöster aus Lüttich, Kerpen, Köln und vielen anderen hatten sich hier, trotz weiter Entfernung, Weinberge angegangen. Unter Napoleon wurde der Klosterbesitz veräußert bis auf das Weingut des Priesterseminars, das heute noch besteht. Das Weinbergsarreal der Gemeinde hat sich, im
Gegensatz zu den Nachbarorten, seit dieser Zeit nur unwesentlich
vergrößert. |
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Drei Rittergeschlechter werden in Ürzig erwähnt.
Die von Urcecha, von der Leyen und deren Orley. Im Ort selbst hat die
Burg der Urcecha gestanden und wird in einem Visitationsprotokoll aus
dem Jahre 1620 noch aufgeführt. Das Geschlecht selbst muss aber
schon sehr früh ausgestorben sein, denn es wird seit dem hohen
Mittelalter nicht mehr erwähnt. Die Burgen der von der Leyen und deren von Orley befanden sich in den Felsen der Urlay. Aus diese beiden Geschlechter haben im späten Mittelalter ihre Behausungen aufgegeben. Jedenfalls traten sie in Ürzig nicht mehr in Erscheinung. |
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Zeitweilig hatte sich auch ein Raubritter, Wirich v. Daun, in einem der Felsennester sesshaft gemacht und fröhnte seinem nicht gerade standesgemäßen Handwerk nach, indem er die Schiffe und Fuhrwerke der Handelsleute beraubte. Doch schon bald hat der Trierer Erzbischof Arnold diesem schändlichen Treiben ein Ende bereitet. Er ließ die Burg erstürmen und zerstören. Wirich entkam, und die Besatzung wurde in Gefangenschaft geführt. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut und fortan fristete ein Einsiedler in der Ruine sein Dasein. Leider ist von den Burgen nichts weiter mehr zu sehen, als ein sehr altes an den Fels "geklebtes" Gemäuer, wahrscheinlich ein alter Wachturm, der heute mit der Sonnenuhr geschmückt ist. Die Ürziger Sonnenuhr mit ihrem einzigartigen Felspanorama gilt als die älteste Sonnenuhr im Moseltal. |
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Dieser Urlayfelsen ist im 11. Jahrhundert
mit einer politischen Untat ins Licht der Geschichte gerückt. Erzbischof
Eberhard von Trier war unter mysteriösen Umständen gestorben. Klerus und Adel der Stadt wollten nach damaligen Recht einen Nachfolger wählen. Doch Kaiser Heinrich IV. hatte auf Vorschlag des Kölner Erzbischofs Anno dessen Neffen, den Domprobst vom Köln, Kino v. Pfullingen zum Nachfolger bestimmt.. Die Trierer darüber erbost, schickten dem Reisezug ihren Vogt Theoderich entgegen, der ihn am 18.05.1066 bei Bitburg überfiel. |
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Theoderich schleppte den gefangenen Kuno nach Ürzig, wo er erst einmal
eingekerkert wurde. Am 01.06.1066 ließ er ihn von seinen
Kriegsknechten vom Urlayfelsen hinabstoßen. Nach der Überlieferung überstand er diesen Sturz unversehrt, so dass man es noch zweimal wiederholte, und da er auch das überlebte, ihn mit Schwer enthauptete. Später wurde sein Leichnam nach Tholey im Saarland überführt, wo sich zahlreiche Wunder an seinem Grab ereigneten und er heilig gesprochen wurde. Theodorich wurde verbannt und soll während eines Sturmes bei der Überfahrt zu einem Kreuzweg ins Hl. Land ertrunken sein. |
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| Im Jahre 873 wird bereits eine Kirche in
Ürzig erwähnt. Die heutige Kirche, 1866 erbaut unter Einbeziehung
des alten Turmes, der aus dem 13. - 14. Jahrhundert stammt. Die
Glocken sich aus den Jahren 1452, 1467 und 1494.
Schutzpatron der Kirche und des Ortes ist der hl. Maternus, der mit
seinen Gefährten Eucharius und Valerius schon sehr früh das Christentum
hierher brachte und später Bischof von Köln, Trier und Tongern war. Ein
altes Schöffensiegel aus dem 15. Jahrhundert zeigt ihn deshalb
auch mit drei Kirchen. Viele Fachwerkhäuser und stattliche Weinhöfe des 16. und 19. Jahrhunderts, die man im Ort sehen kann, zeugen von klösterlichem und adligem Besitz und von einstigem Wohlstand und Winzerstolz. |
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Berühmte Ürziger:
Christian
Dieden
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Dr.Dr. Karl
Christoffel |
Edmund
Conen - Mitgründer des SV Ürzig - Spieler beim 1. FC Saarbrücken - 28 A-Länderspiele - Torschützenrekord von 3 Toren im 1. WM-Spiel - Trainer der Stuttgarter Kickers |